Archiv für September 2012

Infoveranstaltung zu Göppingen

28. September | Gewerkschaftshaus Schwenningen | 19 Uhr

Am 6. Oktober wollen Nazis in Göppingen zum vierten Mal dieses Jahr demonstrieren. Bei solchen Demos werden rassistische und faschistische Inhalte verbreitet, die darauf abzielen Bevölkerungsgruppen abzugrenzen, zu unterdrücken und zu vernichten. Unter dem Schutz der Meinungsfreiheit propagieren Nazis einen gleich geschalteten Führerstaat, in dem dann keine Meinungsfreiheit mehr gelten wird.

Der letzten Kundgebungsversuch der Nazis in Göppingen wurde mit vielfältigen und entschlossenen Protesten beantwortet, deswegen
mobilisieren die Göppinger Nazis nun zu einem größeren Ausmarsch, bei dem mehrere hundert Faschistinnen und Faschisten aus verschieden Regionen erwartet werden.

Nehmen wir es selbst in die Hand! Mit friedlichen Blockaden wollen wir nicht nur ein Zeichen setzen, sondern den Aufmarsch der Nazis stoppen.

Am 6. Oktober wird es aus Villingen-Schwenningen eine gemeinsame Anreise zu den Protesten gegen den Naziaufmarsch geben. Am 28. September findet um 19 Uhr eine Infoveranstaltung zu dem geplanten Nazisaufmarsch und der Anreise aus VS im Gewerkschaftshaus Schwenninhgen statt.

Naziaufmarsch am 6. Oktober in Göppingen verhindern!

Wir dokumentieren hier den Aufruf: „Naziaufmarsch in Göppingen – LÄUFT NICHT!“
Informationen für eine gemeinsame Anreise aus Villingen-Schwenningen folgen in Kürze!

Naziaufmarsch in Göppingen – LÄUFT NICHT!

Am 6. Oktober wollen Nazis in Göppingen wieder demonstrieren, das wäre dieses Jahr dann schon das vierte Mal. Bei solchen Demos werden rassistische und faschistische Inhalte verbreitet, die darauf abzielen Bevölkerungsgruppen auszugrenzen, zu unterdrücken und zu vernichten. Unter dem Schutz der Meinungsfreiheit propagieren Nazis einen gleichgeschalteten Führerstaat, in dem dann keine Meinungsfreiheit mehr gelten wird. Seit 1990 wurden mehr als 200 Menschen durch Nazis ermordet. Die aufgedeckten Morde der rechten Terrorgruppe NSU verdeutlichen einmal mehr die aktuelle tödliche Konsequenz der neonazistischen Ideologie.

Bereits mehrmals versuchten Nazis hier in Göppingen ihre rassistische und menschenverachtende Propaganda mit Kundgebungen unter die Leute zu bringen. Immer wieder schlug ihnen dabei Widerstand entgegen – Ihr letzter Kundgebungsversuch wurde mit vielfältigen und entschlossenen Protesten beantwortet – eine weitere Niederlage. Deshalb mobilisieren die Göppinger Nazis nun zu einem größeren Aufmarsch, bei dem mehrere hundert Faschisten_innen aus verschiedenen Regionen erwartet werden.

Es stößt bei Menschen quer durch die Bevölkerung auf vollkommenes Unverständnis, dass die Kundgebungen der Faschisten_Innen stattfinden dürfen. Wir kommen aus der Region Göppingen und haben uns zusammengeschlossen, um gemeinsam zu handeln. Wir fühlen uns in unseren Pflichten als verantwortungsbewusste Menschen angesprochen und wollen nicht nur von Zivilcourage reden, sondern rufen zu Mut, Einigkeit und zivilem Ungehorsam auf. Wenn die Verwaltung den Nazis Vortritt lässt, wenn die Politiker_innen sich verstecken und wenn Gerichte zustimmen, wollen wir gemeinsam auf die Straßen gehen und uns den Nazis in den Weg stellen.
Eine erfolgreiche Blockade und Verhinderung der Nazidemo ist das Gebot der Stunde. Göppingen darf nicht das Aufmarschgebiet der Faschisten_innen in der ganzen Region werden!

Nehmen wir es selbst in die Hand: Mit friedlichen Sitzblockaden, an denen sich eine Vielzahl von Menschen beteiligen kann, wollen wir nicht nur Zeichen setzen, sondern den Aufmarsch der Nazis stoppen. Solche Blockaden in anderen Städten wie Dresden, Wunsiedel, Lübeck und Köln haben bewiesen, dass es vielen Menschen gemeinsam gelingt, Naziaufmärsche zu verhindern.

Im Zusammenspiel mit unterschiedlichen kreativen und ausdrucksstarken Protestformen werden wir den 6. Oktober zu einem Tag des Zusammenhaltes für ein solidarisches Miteinander machen. Nur wenn viele Ideen und viele Menschen zusammen wirken, werden wir erfolgreich sein.

Rede des Aktionsbündnis gegen Rechts:

Gehalten auf der Kundgebung zum Antikriegstag in Villingen-Schwenningen

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir sind heute hier, um an die Opfer von Faschismus und imperialistischem Krieg zu erinnern. Besonders erinnern wir uns auch an all jene die Widerstand dagegen geleistet haben.
Doch ist dies keine Erinnerung um der Erinnerung willen!
Für uns bedeutet Erinnerung, sich mit der Geschichte auseinander zusetzen um daraus für unser aktuelles und zukünftiges Engagement zu lernen. Gleichzeitig geht es darum diesen Tag mit den brennenden Themen dieser Zeit in Verbindung zu bringen.

Ganz aktuell ist in diesem Zusammenhang der angekündigte und süddeutschlandweit beworbene Naziaufmarsch in Göppingen am 6. Oktober.
Der Aufmarsch ist schon der vierte in diesem Jahr dort, wo die faschistische Bewegung in den letzten Jahren immer stärker geworden ist und auch überregionale Bedeutung hat.
Regelmäßig kommt es in Göppingen zu gezielten Angriffen auf AntifaschistInnen, kaum eine Veranstaltung gegen rechte Umtriebe bleibt ohne Störungen oder Angriffe von FaschistInnen. Dies zeigt, dass organisierte rechte Gewalt auch in dieser Gegend eine reale Gefahr ist.
Das Motto des Aufmarsches „Ausbeutung stoppen, Kapitalismus zerschlagen!“ steht exemplarisch für die Versuche der Rechten mit vordergründig antikapitalistischen Themen zu punkten. Tatsächlich verbirgt sich dahinter Antisemitismus und anderes braunes Gedankengut.
Hier wird dieselbe Ideologie propagiert, die schon einmal zu Weltkrieg und Massenmord führte.

Am 1. September 1939 trat das faschistische Deutschland den zweiten Weltkrieg los, der am 8. Mai 1945 mit der Befreiung Deutschlands vom Faschismus endete.

Anders als man hätte erwarten können, reichten 60 Millionen Tote und ein zuvor ungekanntes Ausmaß an Zerstörung nicht aus um faschistische Ideologie aus den Köpfen zu verbannen. In der jungen Bundesrepublik fand eine grundlegende Aufarbeitung der faschistischen Vergangenheit nicht wirklich statt. So gelang es führenden Köpfen die zuvor an Massenmord und Krieg beteiligt waren, wieder wichtige Positionen in der BRD zu besetzen. So waren führende Köpfe von GeStaPo, Sicherheitsdienst und SS zum Beispiel am Aufbau des Verfassungsschutzes beteiligt. Auch Unternehmen die etwa durch Rüstung, Arisierung und Zwangsarbeit Millionen verdient hatten, konnten größtenteils ihre Gewinne behalten und blieben in denselben Händen.

In den 60er Jahren gelang es der faschistischen NPD mit ihrer rassistischen Hetze in mehrere Landtage einzuziehen.

Als vor zwanzig Jahren in Rostock-Lichtenhagen ein vom rassistischen Diskurs im bürgerlichen Lager angestachelter Mob, über mehrere Tage die Unterkünfte von MigrantInnen angriff, reagierte die Polizei mit Rückzug und ging stattdessen gegen zu Hilfe eilende AntifaschistInnen vor und nahm viele von ihnen fest, als diese mit einigem Erfolg gegen den rassistischen Mob vorgingen. Die Politik reagierte mit der faktischen Abschaffung des Asylrechts und bestärkte damit die TäterInnen in ihrem Handeln.

Dies zeigt, wie jüngst auch die Affäre um die NSU und den Verfassungsschutz, dass wir uns im Kampf gegen Faschismus und Rassismus, nicht auf den Staat verlassen können.
Darum liegt es an uns allen uns aktiv gegen Rassismus und Faschismus, genauso wie gegen Krieg, der auch heute wieder von Deutschland geführt wird, aktiv zu werden.

Wir rufen euch alle auf am 6. Oktober den Naziaufmarsch in Göppingen gemeinsam zu verhindern! Wir wollen mit Blockaden und Aktionen des zivilen Ungehorsams den faschistischem Aufmarsch verhindern.

Lasst uns den FaschistInnen gemeinsam entgegentreten!

Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!